Ich bin zwar nach fast fünf Jahren schon so einiges an nicht mehr nachvollziehbarem Quatsch innerhalb Fakultäts-IT gewöhnt, etwa das nicht vorhandene CMS oder die mir fehlenden Schreibrechte auf bestimmte Dateien/Verzeichnisse, die ich aber bearbeiten können müsste, um meine Aufgaben sinnvoll zu erledigen. Doch diese Woche hat dem Ganzen wirklich die Krone aufgesetzt.

Dazu ein wenig Vorgeschichte: Ich hab von meinen Vorgängern das Problem „Prüfungsaufsichtsanmeldung“ geerbt. Das Problem liegt dabei zum einen an dem alten Tool, was aus ca. 10 Jahre altem PHP-Code besteht, der auch entsprechend so aussieht, und zum anderen, um es in IT-Sprech auszudrücken, ein wenig in „OSI-Layer 8“.

Die Aufarbeitung dieses Problems schiebe ich nun schon vier Semester vor mir her und ich hätte das auch noch zwei weitere Semester machen sollen, dann hätte sich mein Nachfolger damit befassen können. Dummerweise ist letztes Semester mal wieder so einiges bei der Anmeldung schief gegangen, so dass das Problem auf der Tagesordnung des Fakultätsrats landete. Dort wurde dann auch die Bildung einer kleinen Task-Force beschlossen, die sich nun auf machte den gesamten Verwaltungsprozess inkl. des Tools grundlegend zu überarbeiten. Eine Idee war dabei sämtliche notwendige Daten VOR der Einschreibung gesammelt zu erfassen, um darauf eine verbesserte Anmeldung mit geringerem Fehlerpotenzial aufzubauen. Diese Daten beantworten auch die Frage, welcher Nutzer sich in welchem Zeitraum anmelden darf und wie viel Aufwandsboni er erhält. Die direkte Nutzung dieser Daten für das Tool wollte aber die verantwortliche Stelle nicht, nicht aus Datenschutzgründen, sondern weil man dann ja nicht mehr so viele Sonderregelungen für einzelne Mitarbeiter machen könne. Dabei geht aber selbst das in dem neuen Tool viel einfacher.

Die „Lösung“ war dann, dass ich das neue Tool so bauen sollte, dass alle Mitarbeiter WÄHREND der Einschreibung die gleichen Daten, die sie zuvor schon gemeldet hatten, NOCHMAL eingeben müssen. Der Abgleich der Daten sollte, dann NACHTRÄGLICH UND PER HAND erfolgen. Somit bin ich bei der Zuweisung des zulässigen Einschreibezeitraums und der Boni von den direkten Eingaben des Nutzers abhängig, ohne Möglichkeit, diese abzugleichen. Jeden ITler weiß, dass da eigentlich nur Mist rauskommen kann, aber das ist ja egal.

Diese Woche haben wir dann mit einigen Mitarbeitern einen Testlauf durchgeführt, der auch genau das gezeigt hat und von den Testern auch verständlicherweise bemängelt wurde. Jetzt darf ich also wieder versuchen, der zuständigen Stelle beizubringen, dass es besser wäre, die Daten aus der Vormeldung zumindest teilweise in das System einzuspielen. Ich hab’s schon irgendwie satt!

Nachtrag: Mittlerweile gibt’s einen kleineren Fortschritt: Die Kompromisslösung sieht so aus, dass wir den wichtigsten Teil der Daten nun doch nicht mehr die User eintragen lassen. Es hat mich wieder einige Zeit gekostet den Kram umzubauen und der Weisheit letzter Schluss ist das jetzt immer noch nicht, aber ich kann gut mit leben. Die Deadline bis wann das ganze funktionieren muss, rückt schließlich näher und ich bin froh, wenn das System läuft. Den Rest kann ja dann mein Nachfolger fertig bauen…