Ich werfe zu diesem Thema mal meine Meinung als Student ein: Ich finde es grundsätzlich gut, wenn Professoren bloggen und es wäre schön, wenn es deutlich mehr tun würden als bisher. Leider habe ich nicht direkt bei Professoren, die selbst bloggen. Eigentlich kenne ich aus meiner ganzen Fakultät auch nur eine einzige Mitarbeiterin, die wirklich regelmäßig bloggt – meine Chefin😉 – und deren Beiträge ich auch lese. Das tue ich obwohl, diese Beiträge mit meinem Studium inhaltlich nicht so wirklich viel zu tun haben. Allerdings ermöglichen sie zum Teil einen Blick über den Tellerrand des eigenen Studentendaseins.
Hier sehe ich auch ein Potenzial von Professoren-Blogs: Der überwältigende Teil der Studenten dürfte von ihren Professoren maximal die PDF-Version des Vorlesungsskripts lesen, wenn nicht gerade eine Seminararbeit sie dazu nötigt, noch das ein oder andere Paper durchzuarbeiten. Zu einer kritischen Betrachtung mit dem Stoff kommt es ziemlich selten, für ne Klausur reicht’s ja meist, wenn man die Folien runterbeten kann (Ich weiß es klingt wie ein Klischee aber in der BWL ist es leider so). Für alles, was dann so links und rechts ist, z.B. aktuelle Forschungsfragen oder auch die leidige Hochschulpolitik inkl. der täglichen Gremienbespaßung, dafür fehlt einfach der Blick. Und gerade hier könnten einige Blogbeiträge von Professoren/ wiss. Mitarbeitern doch bei einem Teil der Studierenden das Nachdenken etwas anregen.
Für den wissenschaftlich Bloggenden sehe ich das Potenzial darin, dass Blogs helfen können, langfristig die eigene Relevanz im Forschungsbereich zu heben. Blogs eignen sich denke ich ziemlich gut dazu, eigene Forschungsgedanken nieder zuschreiben und ein bisschen Werbung für die eigene Arbeit/Paper zu machen (Wo wir dann wieder bei der teachPress-Zielgruppe wären😉 ) Auch wenn das erstmal kaum einer liest, erhöht sich die Chance, dass es mal jemand tut und tun es mehr, dann wird das auch auf die Präsenz im eigenen Forschungsbereich Einfluss haben.

Für den hochschulpolitisch Bloggenden sehe ich auch ein Potenzial: Es erhöht die Chance irgendwo Leute zu finden, die die gleichen universitären Selbstverwaltungsabsurditäten erleben und wenn man dann liest: hey, wo anders ist’s ja genauso, dann lässt sich das doch alles viel besser ertragen😉

SOOC13

Prof. Gabi Reinmann von der Universität der Bundeswehr München tut es.
Prof. Peter Baumgartner von der Donau-Universität Krems tut es.
Prof. Miriam Meckel von der Universität St. Gallen tut es.
Prof. Christian Spannagel von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg tut es.
Prof. Rainer Kuhlen von der Universität Konstanz tut es.

SIE ALLE BLOGGEN.

Aber warum? Blogposts werden auf keiner Publikationsliste erwähnt. Blogposts werden bei Anträgen um Drittmittel nicht berücksichtigt. Blogposts werden vielleicht noch nicht einmal von den eigenen Mitarbeitern oder Studenten gelesen. Oder doch?

Um diesen Fragen nachzugehen und in Vorbereitung auf den zweiten Themenblock des SOOC13 rufen wir hiermit zu einer Blogparade auf:


Liebe Professoren, Dozenten, Universitätsmitarbeiter…: Warum blogt Ihr eigentlich?
Liebe Studenten: Lest Ihr denn, was Professoren bloggen? Interessiert Euch das? Und was haltet Ihr davon?


Wie funktioniert eine Blogparade?

Ein Blogger (in diesem Fall sind das wir vom SOOC13-Team) stellt eine…

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