In Zuge der Verschlimmbesserung des Sächsischen Hochschulgesetzes durch die Landesregierung gibt’s jetzt eine neue Idee der Abgeordneten. In einem Änderungsantrag der CDU/FDP-Fraktion heißt es:

„11a. § 24 wird wie folgt geändert:
Dem Absatz 1 werden folgende Sätze angefügt:
‚Studenten können ihren Austritt aus der verfassten Studentenschaft erstmals nach Ablauf eines Semesters erklären. Ein Wiedereintritt ist möglich. Der Austritt aus der Studentenschaft und der Wiedereintritt sind schriftlich mit der Rückmeldung zu erklären.‘“

Eigentlich ist es ja ne ganz nette Idee, dass die Mitgliedschaft in der Studentenschaft nicht mehr auf einer Zwangsbasis beruhen soll. Nur stimme ich diesmal mit den StuRas aus Dresden, Leipzig und Chemnitz überein, dass das erhebliche Auswirkungen haben könnte. Die Angebote der StuRas und FSRs kann man schlecht nur für Mitglieder anbieten. Da die laufenden Kosten allerdings nicht viel geringer werden, wird, sofern viele Studenten austreten, für den Rest, der noch zahlt, alles teurer: Semesterticket (wenn es dass dann überhaupt noch geben sollte), Kulturangebote (inkl. Getränke/Eintritte in Studentenklubs), Orientierungsphasen. Dazu kommt noch ,dass wenn ein Student aus der Studierendenschaft austritt, er wahrscheinlich weiterhin durch die Organe der Studentenschaft vertreten wird.

Um Massenaustritte zu verhindern, wäre es daher sinnvoll, wenn der Austritt aus der Studentenschaft Konsequenzen nach sich ziehen würde und damit meine ich nicht, dass dann der Semesterbeitrag um ein paar Euro sinkt. Gibt es keine negativen Konsequenzen (oder positive für einen Verbleib), dürften viele Studenten austreten. Das würde zum Kollaps der studentischen Selbstverwaltung führen und das dürfte auch negative Auswirkungen für die gesamte Universität haben. Denn ohne funktionierende Studentenvertretungen, ist die derzeitige Gremienstruktur an den Unis kaum zu halten.

Das einfachste wäre aber, wenn eine solche Regelung nicht eingeführt wird. Zumindest sollte man vorher mal mit den Betroffenen über die Konsequenzen reden und dann abwägen, ob so ein Austrittsrecht wirklich Sinn macht. Aber in Anbetracht dessen, dass die Landesregierung schon einige dämliche Ideen im Bereich Bildungspolitik durchgedrückt hat, bleibt das wohl ein Wunsch.