Seit Freitag wissen wir wieviel Facebook wert ist: Es sind etwa 104 Mrd. US-Dollar. Heruntergerechent auf die gut 900 Millionen Accounts, macht das in etwa 115 US-Dollar pro Account. Vergleicht man das mit den Zahlen vom letzten Sommer ist das eigentlich schon fast ein Rückschritt, denn da wurde noch über 148 US-Dollar pro Profil spekuliert.

Trotzdem sind diese 104 Mrd. eine gigantische Menge Geld. Zum Vergleich: Microsoft kommt derzeit auf einen Börsenwert von 244 Mrd. US-Dollar und ist somit etwa doppelt so hoch bewertet wie Facebook. Schaut man sich jetzt Umsatz und Gewinn an, dann erwirtschafteten die Redmonder 2011 bei 69 Mrd. US-Dollar Umsatz einen Nettogewinn von 23. Mrd. US-Dollar . Das ist fünfmal so viel, wie Facebook überhaupt an Umsatz erreichte (3,7 Mrd. US-Dollar bei 1 Mrd. US-Dollar Gewinn.) Man muss eigentlich nicht viel rechnen können, um zu sehen, dass hier an den Verhältnissen etwas nicht stimmt!

Das größte Problem für Facebook dürfte in Zukunft sein, dass das Netzwerk sehr bald einen Punkt erreichen wird, an dem User-Wachstum nicht mehr möglich ist. Somit muss sich das Unternehmen darauf konzentrieren seinen Umsatz pro User zu steigern, der derzeit bei gerade mal 4,1 Dollar pro User und Jahr liegt. Die Frage ist, wie man das mit Werbung erreichen will? Ein Großteil der Nutzer geht über mobile Smartphone-Clients ins Netzwerk und die sind werbefrei. Würde man die mit Werbung zukleistern, dürfte das wohl diverse Nutzer verprellen. Bei den normalen Zugriffen via Browser wird zwar Werbung eingeblendet. Allerdings stellt sich mir die Frage, wie effektiv das für die Werbepartner von Facebook ist, denn die Werbung sehen ja eigentlich nur Personen, die entweder mit dem IE surfen oder nicht in der Lage sind sich Adblock Plus zu installieren. Damit fallen schonmal ein paar Millionen Nutzer als potienzielles Werbeziel weg. Wie viele Nutzer letztlich wirklich auf die Werbeanzeigen klicken, dass ist Betriebsgeheimnis. Bliebe nur noch der Weg die gesammelten Nutzerdaten direkt zu verkaufen. Das dürfte aber, insofern man es im großten Stil tut, den Unmut der Nutzer noch weiter steigern und sie letztlich von Facebook wegtreiben, denn die Konkurrenz ist zwar derzeit gering, aber nur ein paar Klicks entfernt.

Ich wage mal die Prognose, dass der Börsengang von Facebook lediglich die Gründer des Unternehmens und die Erstinvestoren reich machen wird bzw. schon reich gemacht hat. Alle die jetzt Facebook-Aktien kaufen, werden wohl mal wieder in eine große Blase investieren, bei der nur noch die Frage im Raum steht, wann sie platzt.