Vor ein paar Wochen hat sich der StuRa der TU Chemnitz zu einem ziemlich merkwürdigen Gendering-Beschluss (siehe Mitteilung des StuRa im transparent) durchgerungen. (Für alle, die nicht wissen, was ein StuRa ist: Das ein StuPa und AStA in Personal- und Funktionsunion) Im Prinzip geht’s darum, dass in allen Veröffentlichungen des StuRa nur noch ausschließlich die weibliche Form eines Substantivs verwendet wird, allerdings ohne Binnen-I. Somit werden z.B. aus Studenten Studentinnen usw. Im StuRa nennt man das „positive Diskriminierung“. Eigentlich dachte ich ja, dass das nur auf Publikationen beschränkt ist, aber seit Ende März steht auch auf den Türschildern und in einigen E-Mail-Signaturen „Studentinnenrat“. Damit folgen die Chemnitzer so ein bisschen den Leipzigern, wo der StuRa der Uni Leipzig schon seit längerem „StudentInnenRat“ heißt.

Ich frag mich so ein bisschen, was bitte an Diskriminierung überhaupt positiv sein soll, denn das ist sie in keinster Weise! Ich würde mir das ja gefallen lassen, wenn man neutral auf Studierendenrat umsteigt. Bei Studentinnenrat denke ich mir dann immer, dass die sich entweder nur für Studentinnen einsetzen oder nur aus Studentinnen besteht. Die Mehrheit der StuRa-Mitglieder sind aber Männer. (Übrigens stammt soweit ich mitbekommen habe die Gendering-Idee auch noch von Männern!) Naja ich bin ziemlich gespannt, wie lange das so gehen soll. Ich wünsche mir bei solchen Sachen so ein bisschen englische Verhältnisse, wo man schon gar nicht auf solche Ideen kommen kann, schlicht in Ermangelung weiblicher Berufsbezeichnungen. Oder kennt jemand die weibliche Form von student oder teacher?

Nun, das war aber noch noch mal die einzige merkwürdige Neuerung: Vor kurzem gab’s auch den ersten Veggie-Tag in der Mensa. Natürlich auf Initiative des StuRa. In diesem Fall zeichnete sich für diese Idee das vom FSR Phil zum StuRa gewechselte Referat für Umwelt und Nachhaltigkeit (oder so ähnlich) verantwortlich. Also einen Tag lang gab’s nur fleischlose Gerichte. Wobei hier noch angemerkt sei, dass es sowieso immer 1-2 fleischlose Gerichte pro Tag gibt, die Pastatheke nichtmal mitgerechnet. Leider bin ich gerade im Praktikum (in einem Unternehmen das dankenswerterweise eine eigene Köchin beschäftigt :-)) und hab davon nicht allzu viel mitbekommen. Allerdings hab ich mir sagen lassen, dass das Essen nicht besonders toll gewesen sein soll und man kann sich gut vorstellen, dass die Fleischfraktion nicht gerade begeistert war. Die umliegenden Dönerstände haben nach meinen Informanten nach daher auch einen regelrechten Massenansturm erlebt.^^ Ich bin zwar in keinster Weise gegen vegetarisches Essen, vieles davon esse ich ja selbst ganz gerne, aber notorischen Fleischlern Tofu und Grünzeug vorzusetzen, ist wieder so ein Quatsch den man im StuRa wohl als „positive Diskriminierung“ bezeichnen würde.