Heute Nachmittag fand in einer hochschulöffentlichen Sitzung des Erweiterten Senats der TU Chemnitz die Wahl eines neuen Rektors statt. Bei dieser konnte sich der gebürtige Südafrikaner Prof. Arnold van Zyl im dritten Wahlgang gegen Prof. Dr. Wolfram Hardt durchsetzen. Der Ausgang der Wahl war lange Zeit offen, denn keiner der beiden Kandidaten erhielt in den ersten beiden Wahlgängen die erforderliche Mehrheit von 26 Stimmen. Erst im dritten Wahlgang, indem die einfache Mehrheit zum Sieg ausreicht, konnte sich Prof. van Zyl mit 29 Stimmen durchsetzen.

Mit der Wahl des neuen Rektors endet nun ein Wahlverfahren, dass sich über mehrere Jahre hinzog und dessen Intransparenz sich auch heute wieder zeigte. So wurden alle anwesenden Gäste kurzerhand des Raumes verwiesen, da ein Teil der Tagesordnung, indem u.a. näher auf die Kandidaten für das Rektoratsamt eingegangen werden sollte, von der Sitzungsleitung als nicht-öffentlich eingestuft wurde, obwohl dieser Teil in der Sitzungseinladung noch als öffentlich gekennzeichnet war. Begründet wurde dieser Schritt damit, dass es um Personalentscheidungen ginge, die aufgrund des Schutzes von Persönlichkeitsrechten grundsätzlich nicht vor der Hochschulöffentlichkeit behandelt werden dürften. Fraglich ist aber, ob in diesem Fall das Interesse der Hochschulöffentlichkeit nicht überwiegt, schließlich haben sich die Kandidaten für ein öffentliches Amt beworben, welches durch eine öffentliche Wahl vergeben wird. Leider war das nicht die einzige Ungereimtheit, die einen Schatten auf diese Wahl wirft.

Bereits das Auswahlverfahren der Kandidaten wieß eine Reihe von Merkwürdigkeiten auf. Im Vorfeld dauerte es erst über zwei Jahre bis der für das Wahlverfahren wichtige Hochschulrat bestellt wurde, was an den anderen sächsischen Universitäten erheblich weniger Zeit in Anspruch nahm. Als dieser dann bestellt war und einen Wahlvorschlag erarbeitete, wurde dieser Wahlvorschlag mehrmals vom Senat der TUC abgelehnt, da dieser mehr als zwei Kandidaten auf dem Wahlvorschlag haben wollte, bzw. nicht klar war nach welchen Kriterien dieser Wahlvorschlag zustandekam. Der ursprüngliche Wahlvorschlag wurde aber letztlich doch im Senat durchdrückt, wobei die Art und Weise auch heute wieder von einigen Senatoren kritisiert wurde.

Prof. van Zyl steht nun vor der schweren Aufgabe, das zerstörte Vertrauen zwischen allen Universitätsbereichen wieder aufzubauen.Es bleibt zu hoffen, das ihm diese Aufgabe möglichst schnell gelingt.