Heute Nachmittag fand an der TU Chemnitz das Wahlhearing zur morgigen Rektoratswahl statt, indem sich die beiden Kandidaten vorstellten und Fragen aus dem Publikum beanworteten. Nach der rund zweistündigen Veranstaltung ist eigentlich nur klar, dass der Erweiterte Senat der Universität vor einer schweren Wahl steht, denn einen Favoriten gibt es nicht.

Während Prof. Hardt so ziemlich jede Frage mit darüber sollten/müssen wir reden beanwortete, ein klares Konzept vermissen lies und auch noch zeigte, dass er nicht mal die Grundregeln einer Power-Point-Präsentation anwenden kann, war Prof. van Zyl zumindest in einigen Punkten überzeugender und wirkte insgesamt auch etwas sympathischer. Allerdings hielt auch er sich mit konkreten Konzepten sehr zurück. Lediglich die Ankündigung, dass er die Prorektorenstellen hochschulintern ausschreiben würde, war wirklich konkret und auch etwas Neues.

Recht spannend war die Fragerunde, in der sich die Kandidaten auch kritische Fragen zu den aktuellen Problemen der TUC gefallen lassen mussten. Mehrere Fragen zielten zum Beispiel darauf ab, herauszufinden, welche Lösungsansätze die Kandidaten für die aktuelle Überlastung der Philosophischen und der WiWi-Fakultät haben. Diese wurde vom noch amtierenden Rektorat durch die Aufhebung nahezu aller NC vor allem in den WiWi-Masterstudiengängen und im BA Pädagogik verursacht. Beide zeigten sich darüber sehr besorgt und versprachen sich dessen anzunehmen und ggf. neue Stellen zu schaffen. Wie diese allerdings dann realisiert werden sollen, wenn das Land Sachsen gleichzeitig tausende Stellen an den Universitäten einsparen will, dass ließen beide Kandidaten völlig außen vor.

Sicher ist, dass morgen einer von beiden vom Erweiterten Senat zum Rektor gewählt wird und dass dieser ein schweres Erbe antritt. Die Senatoren müssen dabei entscheiden, ob sie mit Prof. Hardt eine bekannte Uni-Persönlichkeit wählen, wo zu befürchten ist, dass mit ihm der Stil des alten Rektorat mehr oder weniger erhalten bleibt und alles weiter vor sich hin plätschert. Oder ob sie mit Prof. van Zyl die große Unbekannte wählen, bei dem aber zumindest die Hoffnung besteht, dass er durch etwas frischen Wind ein paar verkrustete Strukturen der Universität aufbrechen kann.

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