Derzeit bastelt das Sächsiche Ministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) am sogenannten „Hochschulentwicklungsplan 2020“. Was derzeit in diesem Entwurf steht dürfte für alle sächsischen Hochschulen massive Einschnitte bedeuten.

An den sächsischen Hochschulstandorten gibt es aktuell etwa 9100 Personalstellen. Zwischen 2013 und 2015 sollen 300 und bis 2020 dann nochmals bis zu 742 Stellen wegfallen. Diese Kürzung um 1042 Stellen ist in etwa so, als würde die Staatsregierung die TU Chemnitz (derzeit 1.185 Personalstellen), immerhin drittgrößte Universität Sachsens, ersatzlos schließen. Diese Kürzungsorgie setzt den Trend der Stellenkürzungen, der mittlerweile seit über 10 Jahren im Trend liegt, fort. Beispielsweise hatte die TU Chemnitz 2001 noch 1.298 Personalstellen bei 8.799 Studierenden. Heute sind es nur noch 1.185 Stellen bei 10.382 Studierenden. Nach den Plänen des SMWK dürfte hier die Zahl Richtung 1100 Stellen gehen oder im schlimmsten Fall darunter fallen und das bei etwa gleichbleibender Zahl an Studierenden. Wie damit die Qualität in Lehre und Forschung, an der Politikern ja angeblich so viel liegt, gehalten und ausgebaut werden soll ist äußerst fraglich.

Schon jetzt arbeiten viele Hochschulen weit über ihren eigentlichen Kapazitätsgrenzen. Teilweise gibt es Studiengänge in denen die Zahl der eingeschriebenen Studenten viermal höher liegt als die Zahl, für die die Studiengänge eigentlich ausgelegt sind. Gerade im kommenden Wintersemester, wo durch die Abschaffung der Wehrpflicht mit einer Steigerung der Studienanfängerzahlen gerechnet wird, wird sich die Situation vielerorts noch verschärfen. In Sachsen werden nicht mal neue Stellen geschaffen, um der erhöhten Zahl an Erstsemestern Rechnung zu tragen. Lediglich der Stellenabbau wird verschoben. Dafür will das Land aber auch gleich 60% der Hochschulpaktmittel vom Bund einbehalten (Was sogar von CDU-Bundestagsmitgliedern kritisiert wird.) Weiterhin ist zu befürchten, dass durch den geplanten „konzentrierten Ressourceneinsatz“ zwischen den Hochschulen sehr bald Studenten und Lehrkräfte zwischen diversen Einrichtungen pendeln dürfen. Das das alles nur zu noch schlechteren Studienbedingungen führen wird, liegt auf der Hand.