Die TU Chemnitz feierte vor kurzem ihr 175-jähriges Bestehen. Dabei wurde vom Rektorat der Eingang einer Spende über 175.000 € bei der Universitätsstiftung von der Firma Niles-Simmons-Hegenscheidt bekanntgegeben.

Nicht mal eine Woche später staunten die Studenten und Mitarbeiter der Universität nicht schlecht, als plötzlich über dem Hörsaal 2/N114 in großen Buchstaben „Niles-Simmons-Hegenscheidt-Hörsaal“ prangte. Es ist zwar üblich, dass Hörsäle, Gebäude oder ganze Universitäten nach bekannten Persönlichkeiten benannt werden, aber das Firmen sich sowas an einer staatlichen Universität kaufen können, ist dann doch etwas Neues.

Der Studenrat äußerte zu dieser Aktion per Pressemitteilung seine Bedenken. Zwei Tage später wies Hans Naumann, der Geschäftführer der Niles-Simmons-Hegenscheidt-Gruppe (nebenbei Mitglied des Hochschulrats und Inhaber der Ehrendoktorwürde der TU Chemnitz), gegenüber der Freien Presse die Vorwürfe als „Verleumdung“ zurück. Seine Firma habe lediglich ein Sponsoring-Angebot der Uni angenommen, bei dem ab einer Spende von mehr als 50.000 € die Umbenennung eines Hörsaals versprochen wurde.

An dieser Stelle ist fraglich, wieso das Rektorat diese Vereinbarungen geheim hielt und nicht offen kommunizierte? Es ist zwar klar, dass Universitäten in Zeiten klammer Kassen neue Einnahmequellen erschließen, dass man sich dafür jetzt selbst verkauft geht allerdings meiner Meinung nach zu weit.