Die Einführung des neuen „Biosprits“ E10 wird derzeit heftig debattiert. Die Politik will ihn, die Autofahrer meiden ihn und die Mineralölhersteller nutzen die Einführung auch noch für ein paar Preisaufschläge.

Was mich an dem Ganzen stört ist die Bezeichnung „Biosprit“. Der wird letztendlich dazu verwendet um der Bevölkerung die Einführung als ökologisch zu verkaufen. Leider ist aber „Biosprit“ nicht wirklich Bio. E10 bedeutet, dass dem Sprit 10% Ethanol beigemischt werden, den man gleich auch Bioethanol nennt. Der wird vorwiegend aus Getreide, Zuckerrüben, Kartoffeln, Gehaltsrüben, Zuckerrohr, Zuckerhirse, Topinambur, Wurzelzichorie, Möhren und anderen Pflanzen hergestellt (Siehe Glossar der dt. Bioethanolwirtschaft –>Ethanolpflanzen). Einfach gesagt zum größten Teil aus Pflanzen, aus denen man auch Nahrungsmittel produzieren könnte. Zur Verdeutlichung: In Afrika hungern Millionen und wir haben nix besseres zu tun, als Kartoffeln in Sprit umzuwandeln und durch den Auspuff zu blasen. Voll Bio eben!

Das Problem ist, dass der Anbau von Pflanzen für Kraftstoffe andere Pflanzen, die zur Nahrungsmittelproduktion dienen, verdrängt. Da aber trotzdem irgendwie Nahrungsmittel produziert werden müssen (die durch die Verdrängungseffekte auch noch langfristig teurer werden dürften), wird auf andere Flächen ausgewichen. Damit wird letzten Endes die Rohdung von Regenwäldern beschleunigt, denn irgendwo müssen die Flächen ja herkommen.

Somit schädigt „Biosprit“ langfristig die Umwelt und könnte auch noch für ein paar Hungersnöte sorgen. Auf der anderen Seite werden aber von Politikern und der Industrie die Einsparungen im CO2-Ausstoß durch den Einsatz von Biosprit gefeiert. Es wird also die Einsparung des CO2-Ausstoßes damit bezahlt, dass Wälder, die CO2 in O2 umwandeln, im großen Stil abgeholzt werden. Wenn dann noch die deutsche Bioethanolwirtschaft davon träumt einen Sprit aus 100% Bioethanol einzuführen und dann auch noch von Nachhaltigkeit redet, dann ist das wohl der größte Witz des Jahrhunderts.