Was vorgestern bereits uniintern bekannt wurde , ist seit gestern offiziell: Bis auf Psychologie gibt es ab kommenden Wintersemester auf keinen Studiengang an der TU Chemnitz mehr einen NC. Das entschied das Rekrorat so ziemlich im Alleingang.

Jeder Mitarbeiter und Student würde wissen, dass die Aufhebung von NCs nur das Kapazitätsproblem der Uni massiv verschlimmert. Es gibt bereits jetzt, gerade in vielen Mastern, massive Kapazitätsprobleme, weil nicht genug Personal vorhanden ist, um für die Anzahl an Studenten eine vernünftige Ausbildung zu gewährleisten. Was passiert, wenn man Kapazitäten bewusst außer acht lässt, durften einige Studenten der Pädagogik im WS 2007/08 erleben, als dort einmalig der NC abgeschafft wurde. Die Zahl der Immatrikulationen stieg von 40 auf über 400 und führte zu katastrophalen Verhältnissen, da es weder genug Personal noch ausreichend große Räume gab, um eine Lehre überhaupt vernünftig durchzuführen. All diese schlechten Erfahrungen werden vom Rektorat bewusst ignoriert.

Einziges Ziel der Aktion ist nicht etwa die Abschaffung der Barrieren für ein Studium sondern das Geld. Die Sparpläne der Landesregierung werden auf Basis der Immatrikulationszahlen vom WS2012/13 erstellt. Das Rekrotat versucht mit der Öffnung der Studiengänge die Studentenzahl möglichst weit hoch zu treiben, um so geringe Kürzungen wie möglich hinnehmen zu müssen. Aus Sicht der Universitätsleitung macht das somit durchaus Sinn, aber für die Qualität der Lehre und den Ruf der TU Chemnitz ist das Vorgehen nicht gerade förderlich. Mal wieder wird ein politischer Kleinkrieg  auf den Rücken der Studenten ausgetragen. Die Folgen interessieren keinen – Das ist reale Bildungspolitik im 21. Jahrhundert.