Sam Hoffman ist Privatermittler, spezialisiert auf internationele Finanzgeschäfte. Eines Tages wird er von einem jungen Filipino gebeten, den Mord an dessen Frau aufzuklären. Bei den Ermittlungen stößt Sam auf einige Unstimmigkeiten beim einstigen Arbeitgeber der Frau, einer Londoner Bank namens Coyote Investment, geleitet vom Exil-Iraker Nassir Hammoud. Mit Hilfe der Bankangestellten Lina Alwan kommt Sam hinter das Geheimnis der Bank. Sie gehört zu einem Netzwerk von Scheinfirmen, mit deren Hilfe der irakische Diktator sein Geld wäscht. Als die Recherchen auffliegen gerät Lina in das Visier von Hammoud, der sie daraufhin in ein Foltergefägnis in Bagdad verschleppen lässt…

In „Blutgeld“ werden hauptsächlich drei Themen aufgegriffen. Eines davon widmet sich den Ängsten, Sehnsüchten und dem Leben von Exil-Irakern, vieles davon wird durch Lina Alwan, der eigentlichen Hauptfigur des Romans, verkörpert. Ein weiteres Thema ist der Vater-Sohn-Konflikt zwischen Frank und Sam Hoffmann, der sich erst löst, als das Lebenswerk des Ex-CIA-Mannes Frank zusammenbricht. Das Dritte ist die Geldwäsche eines Regimes über Tarnfirmen und Schweizer Nummernkonten. Die Handlung ist, was übrigens für Ignatius recht typsich ist, sehr realitätsnah angelegt. Dem Leser ist manchmal nicht mehr so ganz klar, welche Teile des Buches erfunden und welche wirklich passiert sind. Das trifft beispielsweise auf die Verstrickungen der CIA im Nahen Osten zu, die im Buch teilweise angesprochen werden.

Während Ignatius bei „Das Netzwerk“ noch arge Probleme hatte, die Spannung aufrecht zu erhalten, ist ihm das in „Blutgeld“ bei weitem besser gelungen. Beim Lesen sollte man aber nicht vergessen, dass das Buch bereits 1994 veröffentlicht wurde, in Deutschland leider erste dieses Jahr. Daher wirkt  Manches etwas überholt, zum Beispiel die Beschreibung, wie sich Lina bei einer schweizer Bank ins IT-System hackt. Der Rest des Buches bleibt aber trotzdem spannend und in gewisser Weise aktuell und an der Art und Weise der Geldwäsche hat sich wahrscheinlich auch nicht so viel geändert.

Ein kleines Manko hat das Buch aber trotzdem. Während die Hauptfiguren durchaus tiefgehend beschrieben sind, kommen einige Nebencharaktere doch etwas zu klischeehaft daher. Da wäre der schmierige Informant, der für Geld jede Information besorgt, der herablassende Ex-CIA-Agent, der sich selbst für den größten hält oder ein sadistisch angehauchter Saudi. Das gibt es alles inrgendwie in jedem zweiten Spionageroman. Aber über diese kleinen Mängel lässt sich recht leicht hinwegsehen.

Fazit: David Ignatius ist hier ein Thriller gelungen, der sich durch eine spannende und glaubwürdige Handlung auszeichnet. Obwohl der Roman rein fiktiv ist, scheinen die Grenzen zwischen Wahrheit und Fiktion an einigen Stellen immer wieder zu verschwimmen.