Abizeitung, Pizza und EM – Diese 3 Worte beschreiben, unser Leben in den zwei Wochen, in denen die 2008er Ausgabe der Abizeitung fertiggestellt wurde (die erste Woche war aber nicht ganz so schlimm). Da nicht alles in die Abizeitung gepasst hat, was wir zu ihrer Entstehung sagen könnten/wollen, Gehe ich in den folgenden Zeilen mal ein ganzes Stück weiter und versuche zu erklären, warum diese Abizeitung so ist,wie sie ist und nicht anders.cover

Die Geschichte begann mit einem Zettel am „Schwarzen Brett“, der die Schüler fragte, wer denn bei der Abizeitung mitmachen würde. So fand sich eine kleine Schar von Leuten, die sobald die ersten Treffen abhielt. Ich selbst stieß erst so richtig im April zum Abizeitungsteam. Nun die Frage aller Fragen: Was macht ein Student im Abizeitungsteam des nachfolgendem Jahrgangs seiner alten Schule? Hatte der nix zu tun? Kurz gesagt: Es war an einem Freitag im Dezember. Ich hatte frühs frei (ein alter Studentenspruch: Wer Freitags nicht frei hat, macht was falsch!), saß im Speisesaal, es war kalt draußen und mir war etwas langweilig, als mich ein Kumpel von mir fragte, ob ich ihm beim Layout für die Abizeitung mithelfen könnte. Ich sagte spontan zu.

Ein paar Monate später wurde es dann ernst. Ich begann mich langsam in das Layout-Programm einzuarbeiten und erstellte die Grundstrukturen, die auch in der fertigen Abizeitung in den Kursen zu finden sind. Das dauerte etwa 2-3 Wochen, allerdings hab ich auch nur alle paar Tage mal ne Stunde dran gesessen. Eigentlich hatte ich es so geplant, dass ich die Wochen während der Abiturprüfungen nutze, um einen großen Teil zu erstellen, während die anderen in ruhe ihre Prüfungen schreiben. Das dumme daran war: Es war absolut nix fertig. So verstrich die am Ende so wertvolle Zeit Woche um Woche. Erst Ende Mai fand dann das erste Treffen zwischen den zwei Layoutern statt. So richtig los gings dann erst ab dem 02.06 bis hin zum 16.06, dem Tag der Abgabe. In der ersten Zeit passierten mehrere zeitaufwendige Fehler. So hab ich beispielsweise 3 Kurse (a,c,h) 3 mal komplett neu setzen müssen, weil wir jedes mal so viele Änderungen am Design vornahmen, dass eine Übernahme auf bereits fertige Kurse länger gedauert hätte als das Neusetzen. Das wirklich extreme an der Abizeitung war dann die letzte Woche vor Abgabe, in der etwa 60-70% der Zeitung entstanden. Während einige frühs um acht anfingen die Texte zu schreiben/gegenzulesen, haben die Layouter bis früh’s um zwei gesetzt. (Was für ein Glück, dass es an der Uni keine Anwesenheitspflicht gibt^^). Das extremste war das letzte Wochenende mit einer 18-Stunden und einer 14-Stunden Schicht. Falls ihr euch fragt, warum einige Fehler in der Abizeitung sind: die meisten entstanden leider an dem einen Samstag in der Zeit von drei bis sechs Uhr frühs und an dem Sonntag zwischen null und zwei Uhr. Allerdings muss ich sagen, dass nahezu niemand alle Fehler kennt (außer wir), daher fallen die doch nicht so ganz auf.layouting

So, kommen wir mal zu ein paar kleinen Details des Layouts. Zu Beginn mal noch ein paar Zahlen. Aus 5,2 GB Rohdaten mit ca. 2400 Bildern schufen wir eine 124-Seitige Abizeitung mit ca. 5000 optischen Effekten auf 5,58 m² Papier. Mit einer Seitengröße von 180*250 haben wir zwar ein sehr merkwürdiges Forma tgewählt, aber dieses war für die Seitenstrukturen, gerade bei den Kursen, mehr als ideal. Gesetzt wurde das Ganze übrigens auf 2 Notebook’s (einem spendierten wir noch einen 2. Bildschirm), die beide in der Zeit keinen einzigen Absturz mit Datenverlust erlitten und das obwohl beide mit Vista liefen^^

Einige werden sich vielleicht schon gefragt haben, warum der Hintergrund gelb/orange ist und das Cover blau, obwohl doch unsere Schule „Grüner Kasten“ genannt wird und was eigentlich im Hintergrund zu sehen ist? Nun, ein gelb im Hintergrund fanden wir von Anfang an schön und auch unser Testhintergrund war gelb (den konnten wir aber nicht verwenden weil er zu sehr in den Vordergrund gewirkt hätte und weil bei ihm einige rechtliche Fragen nicht geklärt waren. Das Cover ist blau, weil es besser zum gelb passt als grün und weil in der Abizeitung Farbverläufe und Buttons ebenfalls blau sind. Der Hintergrund ist einfach eine sehr nah aufgenommene Mohnblüte auf die wir ein Gaußsches Weichzeichen gelegt haben. Um es für eine Doppelseite zu verwenden haben wir es dann einfach gespiegelt.hintergrund

Jede Seite ist in einem Schichtensystem aufgebaut. Auf der untersten Schicht liegen die Seitenzahlen und der Hintergrund. Auf der 2. Schicht sind die fachspeziefischen Hintergründe. Die 3. Schicht umfasst die inneren Strukturen und die 4. Schicht beinhaltet den reinen Text und die Bilder. Diese Technik ist für Layouting im Allgeimenen nicht wirklich ungewöhnlich und erlaubt ein relativ schnelles Setzten von viel Inhalt. Beispielsweise dauert so das vollständige Setzten eines Leistungskurses (bei fertigen Grundstrukturen) etwa 15-25 Min.

Zwei weitere Augenmerke sind die Buttons und die Farbverläufe, die wir anstatt einfacher Überschriften genommen haben. Die Buttons sind an die aus der 2007er Abizeitung angelehnt aber etwas einfacher gestaltet, die Farbverläufe sollen vorallem die Überschriften optisch verstärken, haben aber den Nachteil, dass ich sie komplett per Hand setzen musste.

pinnwandEine weitere designerische Großleistung sind die Pinnwände. als Hintergrund haben wir eine Holzstruktur gewählt, auf der dann die Bilder mit digitalen Nadeln (die es übrigens in 9 verschiedenen Farben gibt) aufgehangen sind. Jedes Bild in der Abizeitung bekam übrigens je 2 Effekte verpasst: Schlagschatten und einfache weiche Kanten. Bei den Pinnwänden ist allerdings der Schatten etwa 30% stärker.

Wer sich weiterhin den Text mal genauer ansieht, wird feststellen, dass er nix sieht^^. Aber selbst im Text sind paar optische Details versteckt: Laufweitenregulierungen und optischer Randausgleich. Damit erreichen wir, dass man den Text etwas leichter lesen kann, es fällt auch nur auf, wenn man einen Text ohne diese Feinheiten danebenlegt.strukturen

Als letztes will ich nochmal auf die fachspeziefischen Hintergründe hinweisen, in denen etwa 60 verschiedene Bilder und 3 Zitate (zwei von Twain und eins von Kafka, man beachte bitte das beim Tutor der 12a^^) verbaut sind. Wenn man sich jetzt mal in Bio die Antilope und Englisch den Bus gezielt anschaut wird man eine Menge teilweise eigentartiger Effekte entdecken. Hier zeigt sich auch das tolle an dieser Abizeitung: Selbst bei 5.mal durchgucken könnt ihr immer noch was neues entdecken.

Abschließend möchte ich sagen, dass es mich sehr gefreut hat an dieser Abizeitung mitwirken zu dürfen. Ich möchte mich außerdem nochmal bei der gesamten Redaktion und bei Stefan für die (wirklich) ausgezeichnete Zusammenarbeit beim Layouting und den ganzen anderen Sachen bedanken und ich bin mir sicher dass sich die Arbeit von uns gelohnt hat.

Michi