AMD Radeon HD 6770M: Aktuelle Grafiktreiber verwenden

Wer in seinem Notebook AMD-Hybridgrafikkarten (“Switchable Graphics”) wie die Radeon HD 6770M integriert hat, der dürfte schon festgestellt haben, dass sich aktuelle Treiber nicht über den normalen Weg installieren lassen. Die Installation scheitert dann meist am AMD Mobility Radeon Driver Verification tool. Das kommt daher, dass AMD leider auf die Idee gekommen ist, die Teiberupdates den Notebook-Herstellern zu überlassen und diese das, welch Wunder, sträflich vernachlässigen. Zum Glück lassen sich aber auch die normalen Mobility-Treiber von AMD mit einem kleinen Trick installieren:

Wenn man das zum ersten Mal macht, sollte man vorher die aktuellsten Treiber vom Notebook-Hersteller installiert haben, dabei sowohl den für die integrierte Intel-Grafik als auch für den AMD-Chip. Anschließend braucht man nur noch die aktuellen Treiber für die Mobility-Karten herunterzuladen und zu installieren. Die Direktlinks zu den Treibern findet man z.B. bei heise oder hier.


Facebook geht an die Börse oder die Blase 2.0

Seit Freitag wissen wir wieviel Facebook wert ist: Es sind etwa 104 Mrd. US-Dollar. Heruntergerechent auf die gut 900 Millionen Accounts, macht das in etwa 115 US-Dollar pro Account. Vergleicht man das mit den Zahlen vom letzten Sommer ist das eigentlich schon fast ein Rückschritt, denn da wurde noch über 148 US-Dollar pro Profil spekuliert.

Trotzdem sind diese 104 Mrd. eine gigantische Menge Geld. Zum Vergleich: Microsoft kommt derzeit auf einen Börsenwert von 244 Mrd. US-Dollar und ist somit etwa doppelt so hoch bewertet wie Facebook. Schaut man sich jetzt Umsatz und Gewinn an, dann erwirtschafteten die Redmonder 2011 bei 69 Mrd. US-Dollar Umsatz einen Nettogewinn von 23. Mrd. US-Dollar . Das ist fünfmal so viel, wie Facebook überhaupt an Umsatz erreichte (3,7 Mrd. US-Dollar bei 1 Mrd. US-Dollar Gewinn.) Man muss eigentlich nicht viel rechnen können, um zu sehen, dass hier an den Verhältnissen etwas nicht stimmt!

Das größte Problem für Facebook dürfte in Zukunft sein, dass das Netzwerk sehr bald einen Punkt erreichen wird, an dem User-Wachstum nicht mehr möglich ist. Somit muss sich das Unternehmen darauf konzentrieren seinen Umsatz pro User zu steigern, der derzeit bei gerade mal 4,1 Dollar pro User und Jahr liegt. Die Frage ist, wie man das mit Werbung erreichen will? Ein Großteil der Nutzer geht über mobile Smartphone-Clients ins Netzwerk und die sind werbefrei. Würde man die mit Werbung zukleistern, dürfte das wohl diverse Nutzer verprellen. Bei den normalen Zugriffen via Browser wird zwar Werbung eingeblendet. Allerdings stellt sich mir die Frage, wie effektiv das für die Werbepartner von Facebook ist, denn die Werbung sehen ja eigentlich nur Personen, die entweder mit dem IE surfen oder nicht in der Lage sind sich Adblock Plus zu installieren. Damit fallen schonmal ein paar Millionen Nutzer als potienzielles Werbeziel weg. Wie viele Nutzer letztlich wirklich auf die Werbeanzeigen klicken, dass ist Betriebsgeheimnis. Bliebe nur noch der Weg die gesammelten Nutzerdaten direkt zu verkaufen. Das dürfte aber, insofern man es im großten Stil tut, den Unmut der Nutzer noch weiter steigern und sie letztlich von Facebook wegtreiben, denn die Konkurrenz ist zwar derzeit gering, aber nur ein paar Klicks entfernt.

Ich wage mal die Prognose, dass der Börsengang von Facebook lediglich die Gründer des Unternehmens und die Erstinvestoren reich machen wird bzw. schon reich gemacht hat. Alle die jetzt Facebook-Aktien kaufen, werden wohl mal wieder in eine große Blase investieren, bei der nur noch die Frage im Raum steht, wann sie platzt.


Vom Studentinnenrat und dem Veggie-Tag

Vor ein paar Wochen hat sich der StuRa der TU Chemnitz zu einem ziemlich merkwürdigen Gendering-Beschluss (siehe Mitteilung des StuRa im transparent) durchgerungen. (Für alle, die nicht wissen, was ein StuRa ist: Das ein StuPa und AStA in Personal- und Funktionsunion) Im Prinzip geht’s darum, dass in allen Veröffentlichungen des StuRa nur noch ausschließlich die weibliche Form eines Substantivs verwendet wird, allerdings ohne Binnen-I. Somit werden z.B. aus Studenten Studentinnen usw. Im StuRa nennt man das “positive Diskriminierung”. Eigentlich dachte ich ja, dass das nur auf Publikationen beschränkt ist, aber seit Ende März steht auch auf den Türschildern und in einigen E-Mail-Signaturen “Studentinnenrat”. Damit folgen die Chemnitzer so ein bisschen den Leipzigern, wo der StuRa der Uni Leipzig schon seit längerem “StudentInnenRat” heißt.

Ich frag mich so ein bisschen, was bitte an Diskriminierung überhaupt positiv sein soll, denn das ist sie in keinster Weise! Ich würde mir das ja gefallen lassen, wenn man neutral auf Studierendenrat umsteigt. Bei Studentinnenrat denke ich mir dann immer, dass die sich entweder nur für Studentinnen einsetzen oder nur aus Studentinnen besteht. Die Mehrheit der StuRa-Mitglieder sind aber Männer. (Übrigens stammt soweit ich mitbekommen habe die Gendering-Idee auch noch von Männern!) Naja ich bin ziemlich gespannt, wie lange das so gehen soll. Ich wünsche mir bei solchen Sachen so ein bisschen englische Verhältnisse, wo man schon gar nicht auf solche Ideen kommen kann, schlicht in Ermangelung weiblicher Berufsbezeichnungen. Oder kennt jemand die weibliche Form von student oder teacher?

Nun, das war aber noch noch mal die einzige merkwürdige Neuerung: Vor kurzem gab’s auch den ersten Veggie-Tag in der Mensa. Natürlich auf Initiative des StuRa. In diesem Fall zeichnete sich für diese Idee das vom FSR Phil zum StuRa gewechselte Referat für Umwelt und Nachhaltigkeit (oder so ähnlich) verantwortlich. Also einen Tag lang gab’s nur fleischlose Gerichte. Wobei hier noch angemerkt sei, dass es sowieso immer 1-2 fleischlose Gerichte pro Tag gibt, die Pastatheke nichtmal mitgerechnet. Leider bin ich gerade im Praktikum (in einem Unternehmen das dankenswerterweise eine eigene Köchin beschäftigt :-) ) und hab davon nicht allzu viel mitbekommen. Allerdings hab ich mir sagen lassen, dass das Essen nicht besonders toll gewesen sein soll und man kann sich gut vorstellen, dass die Fleischfraktion nicht gerade begeistert war. Die umliegenden Dönerstände haben nach meinen Informanten nach daher auch einen regelrechten Massenansturm erlebt.^^ Ich bin zwar in keinster Weise gegen vegetarisches Essen, vieles davon esse ich ja selbst ganz gerne, aber notorischen Fleischlern Tofu und Grünzeug vorzusetzen, ist wieder so ein Quatsch den man im StuRa wohl als “positive Diskriminierung” bezeichnen würde.


FM 09 unter AMD Radeon HD 6770 M auf Breitbild-Auflösung zwingen

Ich hatte mit meinem neuen Notebook (HP Pavilion dv6-6b06eg) das Problem, dass im FM 09 nur eine Auflösung von 1024*768 auswählbar war und der Bildschirm so skaliert wurde, dass rechts und links breite schwarze Streifen zu sehen waren. Eigentlich ist es ja schon ziemlich schwach von EA, dass Breitbildauflösungen im Jahr 2008 noch nicht unterstützt wurden. Normalerweise (also bei nVidia und sogar bei Intel) kann man sowas aber in den Treiber-Einstellungen recht einfach ändern und die Skalierung auf das Breitbild-Format erzwingen. Auf Notebooks mit “Switchable Graphic”, also dedizierte AMD-Karte + integrierter Intel-Chipgrafik, sind diese Einstellungen im Catalyst Control Center aber nicht verfügbar. Das ist schon ein ziemliches Armutszeugnis für AMD und zeigt mal wieder, dass die die bekannten Treiberprobleme der übernommenen ATI-”Frickelbude” immernoch nicht in den Griff bekommen haben.

Zum Glück hab ich endlich eine einfache Möglichkeit gefunden, wie sich das umstellen lässt:

1. Bildschirmauflösung ändern

Zuerst muss man die normale Bildschirmauflösung reduzieren. Unter Windows 7 kann man da beispielsweise mit der rechten Maustaste auf den Desktop klicken und wählt im Kontextmenü den Punkt “Bildschirmauflösung”. Dort schiebt man den Regler ein bisschen nach unten (am besten 1024*768 auswählen aber zumindest eine Auflösung mit anderem Seitenverhältnis) und bestätigt mit “Übernehmen”. Im dann erscheinenden Dialog sollte man dann nochmal auf “Änderung übernehmen” klicken.

2. Skalierung ändern

Etwas weiter rechts im Menü “Bildschirmauflösung” findet man den Link “Erweiterte Einstellungen”. Wenn man diesem folgt erscheint das Menü mit den Monitoreigenschaften. Hier wählt man den Reiter “Intel(R) Steuerung für Grafik und Medien”. In diesem Menü findet man nun die Option “Skalierung”. Hier wählt man “Vollbild skalieren” und bestätigt mit “OK”. Anschließend kann/sollte man die Bildschirmauflösung wieder auf den vorherigen Wert stellen. Wenn man nun den FM 09 startet, sollte die volle Bildschirmbreite für die Darstellung genutzt werden. Übrigens wirkt sich diese Einstellung auch auf alle anderen Spieel aus, die Breitbildauflösungen nicht unterstützen.


teachPress 3.1

I’m happy to announce that teachPress 3.1 is now available. It’s the 10th major version since teachPress is Open Source. This release features a bundle of detail improvements which makes it easier to work with the plugin.

New options for publications

One of the most wished features was the multiple adding of files to a publication. I’ve already wrote that this will be introduced with teachPress 3.1. New is that there will be two options for displaying files/links in your publication lists. The standard version is a collapsable box (looks like the bibtex entry; by the way: abstracts are now visible in the same way). With the second one you see your files/links directly at the end of the entry as small images.

More funtions for publications: multiple files/links and abtracts

More funtions for publications: multiple files/links and abtracts

Furthermore there are some new options for the shortcodes. You can now exclude publications from your lists and it’s possible to select more than one publication type ([tplist] shortcode).

UI Improvements

Autocomplete for tags

Autocomplete for tags

The admin menu receives a autocomplete for adding tags to a publication, resizable textareas for Opera and IE users and better publication overviews with the same quicklinks which you already know from the course overview.

In the import dialog you can now select different author/editor formats (at the beginning only second, but it’s a first step) and for publications the media library import supports multiple adding of files.

Under the hood

The subscribe/unsubscribe functions of the enrollment system has become a complete rewrite. This was necessary to enhance the security at parallel processing. Therefore teachPress is now using transactions and InnoDB as default storage engine. (If teachPress is running under MyISAM at your installation, the update changed it automatically for teachPress tables.) In addition teachPress 3.1 fixes eight known bugs; two in context with the BibTeX import.

Known Issues

If you are using the Internet Explorer the multiple file import doesn’t add new URLs on cursor position but on the end of the text. The problem is a wrong return of document.selection.createRange. Maybe anybody has an idea to fix it?


Was ich mir von Facebook wünsche

Was mich an Facebook stört ist, dass es neben ein paar Unzulänglichkeiten beim Datenschutz eigentlich komplett unübersichtlich ist. Egal ob Timeline, Neuigkeitenbereich oder Nachrichten. Suche ich was bestimmtes, dann scrolle ich mich tot. Wenn ich z.B. 2 Tage nicht drin war und mich frage, was seitdem neues passiert ist, dann muss ich soweit scrollen, bis ich beim dem Beitrag bin, den ich zuletzt gelesen habe. Vorausgesetzt ich kann mich noch an den erinnern. Es nervt einfach.

Gut tun würden hier endlich mal ein paar Filter: bereichsabhängige Suchfunktion, Userfilter, Hashtags und ein Zeitfilter. Das würde die Benutzbarkeit wirklich extrem steigern! Bei vielen Diensten (Communote, Hojoki, z.t auch Twitter) gibt’s solche Funktionen längst. Auch wenn deren Anwendungsbereiche andere sind. Das Konzept von filterbaren Activity Streams ließe sich leicht auf Facebook übertragen. Leider glaube ich eher daran, dass diese unterirdische Benutzerführung dazu dienen soll die Leute möglichst lange in Facebook zu halten, denn das bringt schließlich Geld.

Da bleibt echt nur zu hoffen, dass es irgendwann mal einen Konkurrenten für Facebook gibt, der diese Firma zum kompletten umdenken zwingt. Google+ ist es definitv schonmal nicht.


Umbauten

Da ich mich im Zuge der InsideWiWi #4 wohl mal wieder mit den Uni-Umbauten beschäftigen darf/muss, fang ich an dieser Stelle schon einmal mal mit dem Umbau des Adolf-Ferdinand-Weinholdbaus an. Für all die ganzen Ex-TUC-Studenten, die die TU Chemnitz schon seit einer Weile nicht mehr gesehen haben: Der Weinholdbau, der mal als “Neues Sektionsgebäude” errichtet wurde, wird derzeit für ca. 50 Mio Euro “saniert”. D.h. im Prinzip ist es ein Neubau, denn lediglich die Decken und die Betonpfeiler bleiben stehen.

Der erste Teil des Gebäudes ist mittlerweile seit einem halben Jahr wieder im Lehrbetrieb. Leider hat der Weinholdbau auch nach dem Umbau nicht allzu viel von seinem 70er Jahre Charme verloren. Meiner Meinung nach hätte es dem Gebäude gut gestanden, etwas vom farbenfrohen Charakter des NHSG (“Orangerie”) zu übernehmen. Stattdessen wechseln sich die dominierenden Farben grau und schwarz ab. Ebenfalls merkwürdig: Die einzige Möglichkeit die Türen der Seminarräume von den Wänden zu unterscheiden sind die Türgriffe und die Touch-Screen-Displays, denn Türen und Wände sind jeweils schwarz. Naja ich hoffe mal, dass Teile des zweiten Bauabschnitts mit dem neuen Eingangsbereich etwas hübscher werden. Ob ich das allerdings noch als Student erlebe steht noch in den Sternen, denn fertig wird der Umbau frühestens 2013.


teachPress: More options for publication lists

Currently I’m working on some improvements for teachPress. On the agenda stands some features like the using of transactions for the enrollment system, a better bibtex import and some small extensions for the mail system. But with the upcoming version I also want to comply some user wishes. Some people ask me after more options for the publication lists in particular adding more than one file/website to a publication and a direct displaying of abstracts.

I’ve transformed these wishes and in the following I will show you some publication entries with the new style. You will see that all file attachments are visible in form of small images in a new “resource”-group. The abstracts are now available in the same way as the BibTeX entry and both are also visible if you using the [tplist]-shortcode. My question at the end: what’s your opinion about the new style?


WP Admin Microblog 2.1

With the new version I’ve added a feature which was announced two years ago with the first release: Hashtags! So, now you can tagging messages and replies directly in a very simple and smart way. Enjoy!


Sachsen will die Universitäten totsparen – Der Tragödie zweiter Teil

Schon vor einiger Zeit hab ich in meinem Beitrag “Sachsen will die Universitäten totsparen” auf die Kürzungspläne der Sächsischen Landesregierung hingewiesen. Nun hat die CDU/FDP-Koalition den vom SMWK (Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst) erarbeiteten Entwurf des Hochschulentwicklungsplans 2020 beschlossen.

Zusammengekommen ist Werk mit 209 Seiten, in dem ganz viel Text die eigentlichen Kürzungspläne kaschieren soll. So wird der Leser größtenteils mit inhaltsleeren Seiten beschäftigt, in denen u.a. ausführlich die Visionen der kommenden “Wissensgesellschaft” erklärt werden. Nun Lorem ipsum-Text hätte es an dieser Stelle auch getan und wäre auch schneller zu schreiben gewesen. Hat man aber diesen Teil hinter sich, wird es wirklich interessant:

Wir haben kein Geld!

Ein Teil des Hochschulentwicklungsplans beschäftigt sich mit der zu erwartenden negativen Entwicklung der Sächsichen Staatsfinanzen. So wird dem Leser erklärt, dass derzeit große Teile der Einnahmen aus Fördermitteln kommen, die z.T. aufgrund der EU-Osterweiterung bald nicht mehr vorhanden sein werden. Natürlich wurde auch nicht vergessen auf die selbstauferlegte Schuldenbremse hinzuweisen. (Diese ist im übrigen das Paradebeispiel dafür, dass unsere Politiker lieber die Finger von Wirtschaftspolitik lassen sollten, aber das ist eine andere Geschichte). Also muss natürlich gespart werden, und zwar in so wichtigen Bereichen wie der Bildung. Den Hochschulen ist es zwar in großem Maße gelungen die geringeren staatlichen Mittel mit Drittmitteln zu kompensieren. Nur ist der Trend feste Personalstellen durch Drittmittelpersonal und Teilzeitbeschäftigte zu ersetzen in hohem Maße fragwürdig, denn das ist weder für die betroffenen Mitarbeiter, denen immer stärker die Planungssicherheit genommen wird, von Vorteil, noch wird das langfristig positive Auswirkungen auf Lehre und Forschung haben.

Auf der Suche nach der Synergie

Das Wort der Synergieeffekte zieht sich wie ein roter Faden durch das Werk. Damit sich diese auch gut verkaufen lassen, hat man das Konzept der drei Wissenschaftsräume drumherum gebastelt (Chemnitz, Dresden, Leizig + ein assozierender in Freiberg). Innerhalb dieser sollen sich dann die jeweiligen Einrichtungen abstimmen, enger zusammenarbeiten und eben Synergieeffekte nutzen. Was darunter zu verstehen ist, bleibt natürlich im Unklaren, aber das SMWK beschreibt das z.B. so (S. 179):

“Das SMWK erwartet, dass die TU Bergakademie Freiberg, die TU Chemnitz und die Hochschule Mittweida ihre Studienangebote in den Wirtschaftswissenschaften besser aufeinander abstimmen und Synergieeffekte im materiellen wie personellen Bereich ausnutzen.”

Für die genannten Einrichtungen findet sich das auch für die Bereiche Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik, Mathematik und Chemie. Hier spricht man aber zusätzlich noch von einem “Abbau von Mobilitätshürden”. Was das SMWK genau unter seinen Aussagen versteht, lässt sich nur vermuten, aber es ist davon auszugehen, dass Mitarbeiter und Studenten der einzelnen Einrichtungen wohl etwas mehr pendeln sollen. Letztlich führt das dazu, dass das Betreuungsverhältnis wohl noch weiter in den Keller geht. Für die Lehrqualität dürfte Ähnliches gelten.

Übrigens findet sich für die Wirtschaftswissenschaften auch noch ein schönes Zitat (S. 184f):

“Insbesondere in den Wirtschaftswissenschaften ist keine klare Profilbildung zu erkennen, da praktisch jede Hochschule dieses Fach anbietet. Künftig wird das SMWK auf eine klarere Profilierung des Faches und eine Abstimmung des landesweiten Angebotes im Bereich der Wirtschaftswissenschaften drängen.”

Überkapazitäten? – Ach da war ja was

Kommen wir zum spannendsten Teil und das sind die Statistiken. Das SMWK gesteht wirklich ein, dass die Sächsischen Hochschulen überlastet sind. Auch hier wieder ein Beispiel: Für die TU Dresden, die TU Chemnitz, die Uni Leipzig,  die TU BA Freiberg und die IBI Zittau werden für das WS 09/10 in Äquivalenz zu den Personalstellen 52.254 Studienplätze als Kapazität ausgewiesen. Für das gleiche Semester werden aber für diese Einrichtungen insgesamt 66.001 Studenten angegeben, die eingeschrieben waren. Schaut man nun in die von den Universitäten selbst veröffentlichten Zahlen kommt man aber auf ca. 77.000 Studenten. Somit wurde die Überlastung durch Schönrechnen um ca. 50% reduziert, indem man nicht alle Studenten zählt, sondern nur eine bestimme Gruppe. In den letzten beiden Jahren wurden zudem keine neuen Stellen geschaffen und die Anzahl der Studenten hat sich weiter erhöht und damit wurde auch die Überlastung noch etwas schlimmer. Und in genau diesem Umfeld werden ab 2013 Stellen gekürzt. Willkommen in der Wissensgesellschaft!

Eine ähnliche Form der Schönfärberei findet man auch bei den Studienabbruchquoten. Hier heißt es:

“Für Sachsen selbst liegen derzeit keine Daten zum Studienabbruch an den verschiedenen
Hochschularten und Fachrichtungen vor.”

Diese Abbruchquoten, die nicht verfügbar sein sollen, standen aber unlängst in den Zeitungen und sehen gar nicht gut aus, denn da liegen die “Big Three” (TU Dresden, Uni Leipzig, TU Chemnitz) im Jahr 2010 im Durchschnitt bei über 50%! (Die TUC kommt da sogar auf über 60%) Der Bundesdurchschnitt liegt übrigens bei ca. 25%, zumindest nachdem, was im HEP steht.

In Deutschland wird zwar oft von Bildungsrepublik, Wissensgesellschaft, etc. gesprochen. Wie ernst das genommen wird, zeigt folgende Statistik, die sich ebenfalls im Hoschulentwicklungsplan findet lässt:

Grundmittel

Laufende Grundmittel pro Studierendem in EUR

Viel Positives kann man dem neuen Hochschulentwicklungsplan nicht entnehmen. Zwar ist es nicht verkehrt ein bisschen Wettbewerb zwischen den Universitäten zu generieren, ein paar Synergieeffekte zu nutzen und Exzellenz zu fördern. Nur ist die Frage in welchem Rahmen man das macht. Ohne eine solide Grundfinanzierung bringt das alles nicht viel. Zu hoffen bleibt somit nur, dass unsere jetzige Politiker-Generation möglichst bald zur Besinnung kommt und die Bildungsausgaben endlich auf ein angemessenes Niveau hebt. Ansonsten hat Deutschland zwar irgendwann mal diverse unterirdische Bahnhöfe nur eben keine Fachkräfte mehr, die dann die Gelder für die Renten und Zinsen erwirtschaften.


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